Kinderpornografie und politische Irrtümer…


Das Thema Kinderpornografie ist noch immer ein heiß umkämpfter Punkt in der Politik. Ob das in anderen Ländern genauso ist, wird durch deutsche Medien überhaupt nicht vermittelt, abgesehen vom Fall Marko in der Türkei.

Nun wurden wieder einige Politiker laut in dieser Sache und forderten eine Filterung oder eine Sperrung von Seiten auf denen solche Inhalte angeboten werden. Wenn man nicht mehr machen will als das eigene Land, nach dem Vorbild „China“, mit Firewall und Filter zu bestücken, so bescheinige ich denen liebend gerne das diese Politiker „nicht mehr alle Tassen im Schrank haben!“.

Abgesehen, das ich auch kein Freund von Kinderpornografie bin, will ich mal auf die Problematik eingehen, die eine Filterung oder eine Sperrung von Domains mit sich bringt.

Filter:
Die Hard- & Software dafür, die bei jedem ISP angeschafft und installiert werden müsste, ist teuer, muss immer wieder nachjustiert werden und somit nur minder Effektiv. Ein gefiltertes Internet lässt sich grundsätzlich umgehen (Beispiel:VPN und Proxy).

Sperrung:
Das Sperren von Domains und/oder IP’s ist auch eher Sinnlos, da beides so schnell geändert werden kann, das die Liste zu sperrenden Domains und IP’s nur mit viel Aufwand aktuell gehalten werden kann und ganz schnell eine Performance fressende Größe erreichen könnte. Bei Domains kommt noch der lokale Rechner hinzu, den man manuell anweisen kann auf eine bestimmte Domain eine bestimmte IP anzuwählen.

Beide Arten untergraben zudem ein freies und neutrales Internet. Wie im Fall von Wikipedia vor kurzem, war mehr als nur der betroffene Artikel in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein ähnlicher Fall geschah vor einer Weile als Pakistan Youtube national sperren wollte und dabei versehendlich eine globale Umleitung nach Pakistan daraus wurde.

Da ich aber auch keinen im Regen stehen lassen möchte nach dieser Kritik, komme ich mal zu Punkten, die eher Sinn machen.

  1. Die USA hatten es schon mit Carnivor (einer Blackbox, die bei den ISP installiert wurde) vorgemacht. Nicht das ich dafür bin, aber eine automatisierte Suche eines Servers mit Schlüsselworten über Suchmaschinen macht mehr Sinn. Natürlich müssen die Ergebnisse anschließend von einem Menschen geprüft werden.
  2. In Kooperation mit mehreren Ländern und auch Interpol, Server und Hintermänner aufspüren und aus dem Verkehr ziehen. Dabei sollte man auch gleich vereinbaren, die bürokratischen Hürden für die Bekämpfung von Kinderpornografie ein wenig zu lockern.

Warum ich die beiden Punkte als sinnvoller betrachte als die in meiner Kritik angesprochenen Möglichkeiten? Ganz einfach. Das wegsperren auf nationaler Ebene hilft nicht den Kindern, denen das angetan wird. Man darf nicht weggucken! Man muss es offen bekämpfen und das auf internationaler Ebene am Besten noch. Kein Kinderschänder sollte sich mehr sicher fühlen. In keinem einzigen Winkel unseres Planeten!

Das ISP’s und Server-Anbieter da in aller Welt mitspielen sollten versteht sich von selbst. Momentan ist es aber eher so, dass besonders ServerProvider in Ländern, die ich mal hier nicht nennen will, nicht mal bei der Bekämpfung von Spammern und anderen böswilligen Crackern mithelfen!

MfG Hizuro